Herzvortrag im Kino: 22. November 17 Uhr

Unbemerktes Vorhofflimmern: Schlaganfallgefahr

Das Problem: Nicht jeder Betroffene weiß allerdings von seiner Herzerkrankung, in vielen Fällen bleibt sie unentdeckt. PD Dr. Georg Nölker, Chefarzt der Inneren Klinik II / Kardiologie des Katharinen-Hospitals, berichtet am Donnerstag, 22. November, im Rahmen der bundesweiten Herzwochen über dieses wichtige Thema. Beginn ist um 17 Uhr in einer etwas ungewöhnliches Location für ein Gesundheitsthema: dem Kinorama in Unna. Im Rahmen des moderierten Vortrags können auch viele Fragen beantwortet werden.

Unbemerktes Vorhofflimmern: Schlaganfallgefahr

Das Vorhofflimmern kann sich heftig anfühlen: Starke Schläge bis in den Hals hinauf, Druckgefühl im Brustkorb, Schwächegefühl und Luftnot bei leichten Tätigkeiten, zum Beispiel beim Treppensteigen. Dabei rast das Herz meist völlig unregelmäßig, nicht selten mit einem Puls von 160 Schlägen pro Minute und sogar mehr. Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung und eine der wichtigsten Ursachen für einen Schlaganfall. 

„Wichtig ist – nicht nur, aber gerade für Herzpatienten – die Schlaganfall-Warnzeichen rechtzeitig zu erkennen,“ so Dr. Nölker. Denn nicht immer kommt der Schlaganfall aus heiterem Himmel. Oft treten einzelne Symptome bereits Tage oder Wochen vorher auf, verschwinden aber nach wenigen Minuten wieder. Diese „Vorboten“ können einen Schlaganfall ankündigen: Lähmung in einem Arm, Bein oder einer Gesichtshälfte, Schwierigkeiten beim Sprechen, plötzlich auftretende Sehstörungen oder ein plötzlicher heftiger Kopfschmerz. Wer eines dieser Symptome bei sich bemerkt, sollte nicht zögern, sondern den Notruf 112 wählen.

Unbehandelt und ohne schützende Wirkung gerinnungshemmender Medikamente („Blutverdünner“) sind Betroffene mit Vorhofflimmern schutzlos dem Schlaganfall ausgesetzt. Aufgrund des unregelmäßigen Herzschlags bei Vorhofflimmern können sich im Herzen, in einer Ausbuchtung des Vorhofs (dem sog. Herzohr), Blutgerinnsel bilden. Werden diese ausgeschwemmt und gelangen mit dem Blutstrom in den Kopf, verstopfen sie ein Hirngefäß und der Schlaganfall geschieht. „Wichtig ist, neben der Medikation auch die Grunderkrankung von Vorhofflimmern konsequent zu behandeln“, betont Chefarzt Dr. Nölker. Abhängig von weiteren Risikofaktoren wie einer Herzschwäche oder Niereninsuffizienz tritt bei rund einem Drittel der Patienten mit Bluthochdruck ein Vorhofflimmern auf. „Hochdruckpatienten sollten daher gut eingestellt sein, um ihr Schlaganfallrisiko zu minimieren.“

Und der Chefarzt zeigt eine weitere wichtige Option auf: „Wenn bei Patienten trotz der Behandlung mit Rhythmusmedikamenten erhebliche Beschwerden wie Atemnot, Herzrasen, Leistungsschwäche fortbestehen, ist eine Katheterablation sinnvoll, mittlerweile ein Standardverfahren.“ Als erfahrener Rhythmologe weiß er, dass bei mehr als 80 Prozent der Patienten anfallsweises Vorhofflimmern beseitigt werden kann. Bei anhaltendem Vorhofflimmern liegt die Erfolgsrate bei ca. 50 bis 70 Prozent. Es kann allerdings mehr als ein Eingriff notwendig sein, um dieses Ziel zu erreichen. „Die Patienten gewinnen erheblich an Lebensqualität“, so seine Erfahrung.