10-2-2021 Verkalkungen in Herzkranzgefäßen - neues Verfahren

Das ist neu: Mittels starker Druckwellen können hartnäckige Ablagerungen an den Herzkranzgefäßen zertrümmert werden, die mit den üblichen Verfahren nicht zerstört werden könnten.

Kardiologen setzen neues Verfahren erstmals ein: Druckwellen zertrümmern Verkalkungen in Herzkranzgefäßen

Eine absolute Neuheit in der Behandlung von starken Verkalkungen in den Herzkranzgefäßen wurde jetzt erstmals im Herzkatheterlabor des Christlichen Klinikums Unna realisiert. Mittels starker Druckwellen zertrümmerten die Experten hartnäckige Ablagerungen, die mit den üblichen Verfahren nicht zerstört werden könnten.

„Das neue Verfahren ist vergleichbar mit dem, was für die Behandlung von Nieren- oder Gallensteinen bekannt ist. In den engen Herzkranzgefäßen ist eine solche Vorgehensweise aber noch völlig neu“, schildert der Leitende Oberarzt Dr. Andreas Schouwink. Er selbst hatte diese Neuheit speziell für einen Patienten erstmalig in der Region eingesetzt. Damit setzt die Innere Klinik II/Kardiologie des CKU ihren Weg fort, Fortschritt und neueste Medizintechnik kombiniert mit großer Erfahrung schnellstmöglich für die gute Behandlungsqualität von Patienten umzusetzen.

Möglich macht die jetzige Innovation ein fast unauffällig kleines Gerät, konkret ein akkugespeister aufladbarer Generator („ShockWave“). Hinzu kommt der Einsatz spezieller Katheter und Ballone, die zwei sogenannte Emitter enthalten. In diesen Emittern werden nach Entfaltung des Ballons durch winzige elektrische Lichtbögen Schallwellen erzeugt, die einen ganz kurz dauernden Pressdruck von bis zu 50 Atmosphären bewirken. Mehrere Serien von jeweils 10 solcher Impulse können von einem Ballon auf die Plaque, also die Verkalkung, übertragen werden.

Dr. Schouwink ist vom Ergebnis des Verfahrens beeindruckt: „Der Druck führt vorwiegend zu typischen größeren Längsspalten im Kalk, aber auch zu vielen ganz kleinen Auflockerungen in anderen Richtungen. Die Gefäßwand wird dadurch wieder so weich, dass mit niedrigen Drücken die Entfaltung des Stents ermöglicht wird.“ Und das bietet Patienten eine dauerhafte Verbesserung. Erste Studien zeigen zudem, dass so mit Erfolg Verengungen in Arterien aufgeweitet werden können, die bisher nicht erfolgreich behandelt werden konnten.