29-04-2021 Marienkrankenhaus ist jetzt Akademisches Lehrkrankenhaus

Darüber freuen wir uns sehr: Die Westfälische Wilhelms-Universität Münster hat das Soester Krankenhaus als Akademisches Lehrkrankenhaus anerkannt.

Es ist ein neues Kapitel, das im Marienkrankenhaus aufgeschlagen wird: Die Westfälische Wilhelms-Universität Münster hat das Soester Krankenhaus als Akademisches Lehrkrankenhaus anerkannt. Die offizielle Ausbildungserlaubnis wird direkt in die Tat umgesetzt: Mitte Mai werden die ersten angehenden Ärztinnen und Ärzte ihr Praktisches Jahr (PJ) im Marienkrankenhaus Soest absolvieren. 

Erfahrene Ärztinnen und Ärzte des Marienkrankenhauses unterstützen die Jung-Mediziner bei dem wichtigen Schritt in den Beruf: Das Praktische Jahr ist der letzte Abschnitt des Medizinstudiums. Nach der staatlichen Zulassung (Approbation) dürfen die Medizinerinnen und Mediziner dann den Beruf eigenverantwortlich ausüben.

Im Praktischen Jahr lernen die Studierenden ihr medizinisches Wissen und praktische Kenntnisse im Krankenhausalltag anzuwenden – selbstverständlich durch enge Unterstützung von erfahrenen ärztlichen Kolleginnen und Kollegen. So werden Patienten des Marienkrankenhauses die Jung-Mediziner zum Beispiel bei der Visite am Patientenbett kennenlernen: Hier haben die jungen Kolleginnen und Kollegen unter anderem die Aufgabe, dem Chefarzt oder Oberarzt über den jeweiligen Krankheitsverlauf zu berichten. Unter Anleitung dürfen die PJ-ler verschiedene medizinische Untersuchungen und kleinere Eingriffe übernehmen; alles in enger Abstimmung mit den Chef- und Oberärzten, die die Ausbildung begleiten. 

Jeweils 16 Wochen hospitieren die Nachwuchsmediziner in der Inneren Medizin und der Chirurgie. Spannende Einblicke – wie zum Beispiel die Pneumologie oder Thoraxchirurgie – können ebenfalls gewonnen werden. Als Wahlpflichtfach für weitere 16 Wochen stehen zum Beispiel die Anästhesie oder die Orthopädie und Unfallchirurgie zur Verfügung. „Das Marienkrankenhaus bietet eine ideale Größe, um den angehenden Ärzten im PJ eine intensive und sehr individuelle fachliche Betreuung zu geben“, erläutert Tobias Franke, Kaufmännischer Direktor des Marienkrankenhauses.

Das Marienkrankenhaus verfügt bereits seit langem über Ärzte mit den entsprechenden Weiterbildungsbefugnissen, über die personellen Kapazitäten für eine engmaschige Ausbildungsbegleitung und über eine hochmoderne medizinische Ausstattung. Für die Bewerbung als Akademisches Lehrkrankenhaus mussten die vorhandenen Ressourcen konzeptionell aufbereitet und nachgewiesen werden. „Ein ganzes Team aus unterschiedlichen Fachrichtungen hat lange daran gearbeitet, die universitäre Zulassung und die konkrete Umsetzung des Ausbildungskonzepts optimal vorzubereiten“, berichtet Chefarzt Professor Dr. Norbert Lügering. Jetzt freuen sich die erfahrenen Kollegen darauf, ihr Wissen an die nächste Generation weitergeben zu können: „Ärztlicher Nachwuchs ist wichtig -  gerade im ländlichen Raum, wo es bekanntlich an Ärzten mangelt“, sagt Chefarzt Professor Dr. Markus Flesch. „Wer weiß, vielleicht gefällt es dem einen oder der anderen hier bei uns in Soest so gut, dass sie nach dem Abschluss hier praktizieren möchten.“

Die Nachwuchs-Mediziner sollen es rundum gut haben im PJ. Deshalb stellt das PJ-Projekt-Team des Marienkrankenhauses mit Unterstützung des Personalbereichs des Katholischen Hospitalverbundes Hellweg eine umfassende Infrastruktur zum Lernen und Leben in Soest auf die Beine: Es wird eine eigene WG für PJ-ler geben, ein Skills-Lab wird vorbereitet sowie ein eigener Bereich mit Zugriff auf eine Online-Bibliothek. „Zudem planen wir eine interprofessionelle Ausbildungsstation, die zu einer besseren Vernetzung von Ausbildenden der Pflege, der Physiotherapie und anderen Ausbildungsbereichen mit der ärztlichen Ausbildung im Rahmen des PJ beitragen soll“, berichtet Jutta Kappel, Leitung des Personalbereichs des Hospitalverbundes.

Das Marienkrankenhaus Soest ist neben dem Christlichen Klinikum Unna das zweite Akademische Lehrkrankenhaus der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster im Katholischen Hospitalverbund Hellweg.