27-10-2020 Thema der Herzwochen im November: Das schwache Herz

Unter dem Motto „Das schwache Herz“ steht die Volkskrankheit Herzschwäche (Herzinsuffizienz) im Mittelpunkt der diesjährigen bundesweiten Herzwochen im November. Aus diesem Anlass informieren wir Sie hier einmal mehr über das wichtige Thema.

Das Herz ist der Motor des Lebens. Wenn dieser Motor schwächer wird, hat das Folgen für den ganzen Körper und kann lebensbedrohlich sein. Deshalb klären Mediziner in ganz Deutschland in den nun beginnenden Herzwochen der Deutschen Herzstiftung über die sogenannte Herzinsuffizienz auf. Im Marienkrankenhaus hat das Thema einen zweiten aktuellen Hintergrund: Prof. Dr. Markus Flesch, Chefarzt der Allgemeinen Inneren Medizin/ Kardiologie hat jüngst von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) die Zusatzqualifikation „Herzinsuffizienz“ erlangt.

In Deutschland wird die Zahl der Patienten mit einer so genannten Herzinsuffizienz auf bis zu vier Millionen geschätzt. Tendenz steigend. Grund genug, die bundesweiten Herzwochen im November unter dieses Thema zu stellen. Prof. Dr. Markus Flesch, Chefarzt der Allgemeinen Inneren Medizin/ Kardiologie im Marienkrankenhaus in Soest, weist mit einer von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) verliehenen Zusatzqualifikation Herzinsuffizienz eine besondere Fachexpertise und beteiligt sich an der Aufklärungskampagne der Deutschen Herzstiftung, um das Thema einmal mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken

Von einer Herzschwäche spricht man, wenn das Herz nicht mehr in der Lage ist, ausreichend Blut in den Körper zu pumpen. Das kann dazu führen, dass Organe, Muskeln und anderes Gewebe unzureichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. „Herzinsuffizienz ist aber keine eigenständige Krankheit, sondern die Folge anderer Erkrankungen“, betont Prof. Flesch. Die Ursachen für eine Herzschwäche sind dabei vielfältig. Es können zum Beispiel Durchblutungsstörungen des Herzmuskels, Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck, systemische oder angeborene Erkrankungen sein. Auch eine Herzmuskelentzündung, etwa nach verschleppter Grippe oder COVID-19-Erkrankung, zählt dazu. „Je früher eine Herzschwäche erkannt und die Ursache behandelt wird, desto größer sind die Chancen, sie wirksam zu bekämpfen“, so der Chefarzt. „Wichtig ist eine auf die Bedürfnisse und Vorerkrankungen des Patienten maßgeschneiderte Therapie, der eine entsprechend sorgfältige Diagnostik vorangehen muss.

Ein großes Problem, für das die aktuellen Herzwochen sensibilisieren sollen: Die Herzschwäche macht sich meistens mit unspektakulären Symptomen und schleichend mit Atemnot, Leistungsabnahme und geschwollenen Beinen (Ödeme) bemerkbar. Die Betroffenen nehmen das oft als altersbedingt hin. „Ihnen ist nicht bewusst, dass sie an einer ernstzunehmenden Erkrankung leiden, die unbehandelt mit einer extrem hohen Sterblichkeit einhergeht, und damit im wahrsten Sinne mehr noch als manche Krebserkrankung als bösartig eingestuft werden muss“, mahnt Prof. Flesch. Sein großes Anliegen: mit Aufklärung dazu beizutragen, dass möglichst viele Betroffene die vielfältigen Ursachen der Herzschwäche und die krankheitstypischen Warnzeichen erkennen und früh genug Hilfe suchen.

Im Marienkrankenhaus stehen verschiedene Methoden zur Diagnostik zur Verfügung – darunter die Untersuchung der Herzströme und des Herzrhythmus mittels EKG (Elektrokardiogramm), die Bestimmung von Blutwerten und der Ultraschall des Herzens (Echokardiographie), bei dem gleichzeitig die Pumpleistung des Herzens und die Funktion der Herzklappen geprüft werden kann. 

Die Therapie der Herzinsuffizienz stützt sich auf mehrere Säulen. Zunächst einmal gilt es, die Grunderkrankung zu behandeln. Gleichzeitig können Medikamente das Herz entlasten und die Beschwerden lindern. Ebenfalls wichtig: angepasstes körperliches Training. Für Menschen mit Herzinsuffizienz gibt es spezielle Herzsport-Programme, die die körperliche Belastbarkeit erhöhen. In bestimmten Fällen ist auch der Einsatz eines Herzschrittmachers oder die Verbesserung der Herzdurchblutung durch operative Eingriffe notwendig. „Die Herzschwäche ist eine echte Volkskrankheit und wird mit Blick auf unsere steigende Lebenserwartung weiter an Bedeutung gewinnen. Wir tun gut daran, so viel Menschen wie möglich auf die Gefahren, aber auch auf die immer besser werdenden Diagnostik- und Behandlungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen“, so Prof. Flesch.

Unter dem Motto „Das schwache Herz“ steht die Volkskrankheit Herzschwäche (Herzinsuffizienz) im Mittelpunkt der diesjährigen bundesweiten Herzwochen vom 1.-30. November.