31-03 Video-Sprechstunde startet

Patienten mit (entzündeten) Wunden, Gesundheitsproblemen der Hand oder tumorverdächtigen Veränderungen können die Online-Sprechstunde nutzen.

Die Gesundheitsversorgung konzentriert sich derzeit auf die COVID-19-Pandemie. Aber natürlich müssen auch Patienten mit anderen dringenden Beschwerden im Blick behalten werden – am besten so, dass das Corona-Ansteckungsrisiko möglichst klein ist. Eine Möglichkeit dazu bieten Online-Sprechstunden. Im Marienkrankenhaus Soest wird jetzt der virtuelle Arztbesuch eingeführt. Den Anfang macht die Abteilung für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie.

Ab Montag, den 6. April, können Patienten mit (entzündeten) Wunden, Gesundheitsproblemen an der Hand oder tumorverdächtigen Gewebeveränderungen die erste virtuelle Sprechstunde  nutzen. Wie schlimm ist die Entzündung, Handverletzung oder die Gewebeschwulst tatsächlich? Einige Erkrankungen lassen sich bereits durch eine optische Begutachtung im Zusammenhang mit der Krankengeschichte ganz gut einordnen: Der Arzt entscheidet anhand des live gesendeten Videobildes und der Schilderung der Symptome, ob der Patient sich umgehend behandeln lassen sollte oder ob eine Behandlung zu einem späteren Zeitpunkt möglich ist. Die Begutachtung ist zum Beispiel bei Patienten mit chronischen Wunden wichtig, um ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung frühzeitig zu erkennen und aufhalten zu können. 

Die Videosprechstunden müssen Ärzte bei der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) offiziell anmelden. Eine wichtige Vorgabe hierbei ist: Damit (datenschutz-)rechtlich alles abgesichert ist, muss eine speziell für diesen Einsatz zugelassene Software benutzt werden. Auf dem Hintergrund der Corona-Epedemie verzichtet die KVNO auf das übliche Genehmigungsverfahren. Die Ärzte dürfen nach Nachweisüber die Nutzung einer datensicheren Videosoftware sofort starten. Im Marienkrankenhaus ist das in der Plastischen, Hand- und Wiederherstellungschirurgie bereits geschehen; es kann losgehen!

Vor der Online-Sprechstunde müssen – wie bei einem Termin für eine „echte“ Sprechstunde – einige Formalitäten mit dem Patienten abgeklärt werden. Liegen Einverständniserklärung, Personalienbogen und eine Überweisung vor, bekommt der Patient einen Termin für seinen virtuellen Arztbesuch. Per E-Mail oder SMS erhält er seinen Einwahllink für die Videoübertragung. Beim Klick darauf sieht er den Arzt im Marienkrankenhaus. Nach einer kurzen Begrüßung befragt der Arzt den Patienten nach seinen Beschwerden. Mit der Kamera seines Handys oder Tablets filmt der Patient zuhause jetzt das erkrankte Körperteil. Der Arzt sieht die gesendeten Bilder live an und kann anhand der Anamnese die weitere Diagnostik und Therapie planen. In der Online-Sprechstunde erläutert der Arzt dem Patienten am Bildschirm die weitere Behandlung. Mit einem Winken in die Kamera verabschieden sich Arzt und Patient danach wieder voneinander. So kann „Social Distancing“ im medizinischen Bereich funktionieren – auf maximalem Abstand über den kurzen Weg des Video-Chats.

Bei Bedarf können sich Patienten telefonisch im Marienkrankenhaus unter der Telefonnummer 02921/391-7645 melden. Die Videosprechstunde wird als festes Angebot (auch nach der Corona-Situation) bestehen bleiben. Sie können sich gern für einen Termin vormerken lassen.