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Ethik im Krankenhaus

„Jedes Krankenhaus oder Pflegeheim kann sichtbares Zeichen und Ort zur Förderung der Kultur, der Begegnung und des Friedens sein, wo die Erfahrung von Krankheit und Leid wie auch die professionelle und caritative Hilfe dazu beitragen, jede Ausgrenzung und jede Spaltung zu überwinden.“ Papst Franziskus

Der medizinische Fortschritt bringt den Patienten immer neue Heilungschancen, Schmerzlinderung, sanftere Operationsverfahren und verträglichere Medikamente. Selbstverständlich fördern wir als christlich-katholisches Krankenhaus den medizinischen Fortschritt und die gute Ausbildung in Medizin und Pflege. Aber wir verschließen auch nicht die Augen vor der moralischen Einsicht, dass dem Handeln in Medizin und Pflege Grenzen gesetzt sein können. Nicht nur am Beginn und am Ende des Lebens entstehen ethische Fragen, die teilweise komplexe Entscheidungen erfordern. Aus diesem Grund hat die ethische Arbeit in den Einrichtungen unseres Hospitalverbundes einen besonderen Stellenwert.

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    Schon seit 2004 wird die ethische Arbeit im Katholischen Hospitalverbund durch das Ethikkomitee koordiniert. Im Ethikkomitee sind Ärzte, Pflegende, Seelsorger, Mitarbeiter aus der Verwaltung und weitere Berufsgruppe aus allen Einrichtungen des Hospitalverbundes vertreten. Das Ethikkomitee organisiert Veranstaltungen zu ethischen Themen und ethische Fort- und Weiterbildungsangebote für die Mitarbeiter. Darüberhinaus berät es die Geschäftsführung in Fragen, die mit ethischen Themen in Berührung stehen. Beispiele dafür sind der Umgang mit Sterbenden, die Betreuung von Patienten mit Demenz oder die christliche Unternehmenskultur. In der Regel finden im Jahr zwei Arbeitstreffen statt. Die Beratungen im Ethikkomitee unterliegen der Schweigepflicht. Die einzelnen Aufgaben werden das Jahr über in Projekt-Gruppen bearbeitet. 

    Eine aktuelle Liste der Mitglieder im Ethikkomitee finden Sie hier.

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    Unterschiedliche Überzeugungen und Wertevorstellungen von einem „guten Leben" innerhalb des therapeutischen Teams oder eines Patienten können die Entscheidungsfindung am Krankenbett erschweren.

    Ein Austausch und mögliche Konsensfindung über ethische Fragen sind in unseren Einrichtungen wesentlicher Bestandteil unseres Selbstverständnisses als christliches Krankenhaus. Eine ethische Fallbesprechung (strukturiertes Gespräch im multiprofessionellen Team) hat eine beratende, empfehlende und klärende Funktion. Sie ersetzt jedoch nicht medizinische Verantwortung des behandelnden Arztes.

    Jeder Berufsgruppe im Krankenhaus (z.B. aus Medizin und Pflege) kann eine ethische Fallbesprechung beantragen, aber auch jeder Patient, Angehörige oder Betreuer. 

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    Für sich wiederholende ethische Fragestellungen hat das Ethikkomitee Leitlinien formuliert.

    Diese Leitlinien gelten für alle Einrichtungen im Hospitalverbund und wollen die Mitarbeiter, aber auch Patienten und Angehörige in einer ethischen Fragestellung informieren und unterstützen.

    Derzeit liegen folgende Leitlinien vor:

    Umgang mit Patientenverfügung

    Entscheidungshilfe: Ernährungssonde

    Kultursensibilität
    Für einen möglichst kultursensiblen Umgang mit Patienten und Bewohnern empfiehlt das Ethikkomitee das Handbuch über die wichtigsten Religionen und Weltanschauungen, hrsg. von der Evangelischen Kirche im Rheinland. Dieses Handbuch will Mitarbeitenden eine Hilfestellung sein, die Kranke und Sterbende unterschiedlicher ethnischer und religiöser Herkunft im Krankenhaus, Altenheim und Hospiz begleiten.

    Das Handbuch finden Sie hier

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    Auf Anfrage stehen die Ethikberatung und die Mitglieder der Ethikgruppe der Einrichtungen im Hospitalverbund auch für Teamberatungen (z.B. Station/ Wohnbereich/ Berufsgruppe) zur Verfügung. So kann zum Beispiel im Rahmen eines Teamgesprächs über eine häufig vorkommende ethische Fragestellung aus dem Arbeitsalltag gesprochen werden.
    Ebenfalls können die Mitarbeiter bei Unsicherheiten auf einen Patienten/Bewohner hin um eine Einzelberatung anfragen.
    Bei Interesse wenden Sie sich bitte an die Ethikberatung.

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    Patientenvorsorge
    Mit der Handreichung „Christliche Patientenvorsorge durch Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung, Behandlungswünsche und Patientenverfügung“ und dem darin enthaltenen Formular möchten die Deutsche Bischofskonferenz, der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und weitere Mitglieds- und Gastkirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) eine Hilfestellung geben, sich mit dem Sterben und den eigenen Wünschen im Umgang mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung auseinanderzusetzen. Weiter Informationen finden Sie hier

    In Anerkennung des Rechts eines jeden Menschen auf Selbstbestimmung  hat die Bundesärztekammer unter Berücksichtigung der neuen Rechtslage die nachfolgende Empfehlung erlassen.

    Hirntod und Organspende
    In einer Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz (2015) werden aktuelle Fragen zur Organspende und zum Hirntod aufgegriffen und tragen so zu einer Grundinformation bei. Weitere Informationen finden Sie hier

    Der Hirntod kann nicht nur Voraussetzung für eine Organspende bleiben, er soll es auch. Der Deutsche Ethikrat hat eine Stellungnahme zum Hirntod veröffentlicht - jenem nur mit Hilfe der modernen Medizin möglichen Zustand, in dem das Gehirn abgestorben ist, das Herz aber weiter schlägt, solange der Körper an ein Beatmungsgerät angeschlossen ist.

    Sterbebegleitung
    Viele gute Gründe sprechen für Sterbebegleitung, aber gegen aktive Sterbehilfe. Die Deutsche Bischofskonferenz und der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) haben dazu eine im Jahr 2011 erweiterte Textsammlung kirchlicher Erklärungen veröffentlicht.Weitere Informationen finden Sie hier

    Das Dokument Grundsätze der deutschen Ärztekammer zur ärztlichen Sterbebegleitung soll Ärztinnen und Ärzten eine Orientierung bei der Begleitung von Sterbenden geben, auch wenn sie die eigene Verantwortung in der konkreten Situation nicht abnehmen können.

    Nach einem langen gesellschaftlichen Diskussions-Prozess stimmten am 06.11.2015 die Mitglieder des Deutschen Bundestages über fünf unterschiedliche Gesetzesentwürfe zur Strafbarkeit des ärztlich-assistierten Suizids ab. Das am 03.12.2015 erlassene Gesetz sieht vor, dass eine geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung unter Strafe gestellt wird. Weitere Informationen finden Sie hier

    Demenz und Selbstbestimmung
    Der Deutsche Ethikrat will mit seiner Stellungnahme zu einem besseren Verständnis der Situation von Menschen mit Demenz beitragen und Empfehlungen geben, um einen achtsameren und die Selbstbestimmung wahrenden Umgang mit Menschen mit Demenz zu fördern.

    Gerechtigkeit im Gesundheitswesen
    Mit der Stellungnahme Nutzen und Kosten im Gesundheitswesen – Zur normativen Funktion ihrer Bewertung diskutiert der Deutsche Ethikrat die Frage, inwieweit ökonomisches Denken in seiner Ausrichtung auf maximale Wertproduktion mit den individualrechtlichen Grundlagen unseres Rechtssystems und der öffentlichen Gesundheitsversorgung kompatibel ist.