Schilddrüsen-Versorgung auf höchstem Niveau

Klinik für Chirurgie durch Zertifikat ausgezeichnet

Rund um ein echtes „Federgewicht“ dreht sich die neueste Qualitäts-Nachricht des Katharinen-Hospitals. Lediglich 18 bis 25 Gramm wiegt die Schilddrüse bei einem Erwachsenen – und doch steht sie im Mittelpunkt eines ganz „schwergewichtigen“ Zentrums. Die Klinik für Chirurgie wurde jetzt von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) ausgezeichnet.

Nach einem sehr umfangreichen Verfahren und intensiver Begutachtung durch externe Auditoren konnten Chefarzt Prof. Dr. Ulrich Mittelkötter und Oberärztin Dr. Siri Wiesmann stellvertretend für das Team die Anerkennung als „Kompetenzzentrum für Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenchirurgie“ der DGAV / CAEK (= Chirurgische Arbeitsgemeinschaft Endokrinologie) entgegennehmen.

„Die wichtigste Botschaft ist: Wir arbeiten auf höchstem Niveau und gehören damit zu den 40 Top-Schilddrüsenzentren in Deutschland, um Patienten mit Erkrankungen der Schilddrüse bestens zu versorgen“, so Prof. Dr. Mittelkötter. Vor der Anerkennung als zertifiziertes Zentrum standen und stehen Jahre der intensiven Arbeit in der Abteilung. Seit über 12 Jahren etablierte und verfestigte Chefarzt Prof. Mittelkötter die moderne Chirurgie einer der wohl wichtigsten Drüsen unseres Körpers. Unterstützt durch  Oberärztin Dr. Siri Wiesmann, entwickelte sich dieser Bereich inzwischen zu einem der besonderen Schwerpunkte in der Chirurgischen Klinik des Katharinen-Hospitals.

Die Kriterien, die für die Anerkennung als Zentrum erfüllt sein müssen, sind vielzählig: So gehört die spezielle Qualifikation der behandelnden Ärzte ebenso dazu wie eine festgelegte Mindestmenge an operativen Eingriffen. In der Abteilung muss eine spezielle Schilddrüsen-Sprechstunde organisiert sein. Die leitliniengerechte Behandlung nach Empfehlung der Fachgesellschaften muss eingehalten werden. Und ebenfalls sehr wichtig: Die spezielle Medizintechnik für Diagnostik und Therapie der Erkrankungen muss im Krankenhaus auf modernstem Niveau vorhanden sein. Zudem wird gefordert, interdisziplinäre Kooperationen mit Fachärzten weiterer Disziplinen zu festigen, wobei die Zusammenarbeit mit Dr. Elisabeth Ostwald-Lenz (Praxis für Nuklearmedizin) hierbei besonders eng ist. Unterstütz wurde der gesamte Zertifizierungs-Prozess von der Dr. Katja Frye-Breitfeld, die das Qualitäts- und Risikomanagement des Katharinen-Hospitals und des Hospitalverbundes leitet.

„Wir können all diese Bedingungen in unserer Klinik vollumfänglich erfüllen“, schildert Oberärztin Dr. Siri Wiesmann die Vorbereitung der Zertifizierung – und damit letztlich die bereits lange erfolgreiche Arbeit für Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen. Dabei sind die Krankheitsbilder sehr vielfältig, und es muss nicht jede Art von Erkrankung in einer Operation münden. Sollte diese dennoch notwendig werden, sind die Chirurgen am Katharinen-Hospital bestens aufgestellt. Maßgaben für Operationen sind dann im Besonderen die Sicherheit für die OP selbst, die naheliegenden Stimmbandnerven sowie ein gewebeschonendes Verfahren für die Patienten.

Über die Operationen hinaus gehen zudem neue Verfahren, die in der Klinik eingesetzt werden. Jüngstes Beispiel: die sogenannten Radiofrequenzablation für Patienten mit gutartigen Schilddrüsenknoten. Bei dieser RFA-Methode wird eine kleine spezielle Sonde durch die Haut in den Schilddrüsenknoten eingeführt. Mithilfe eines Radiofrequenzgenerators wird ein hochfrequenter Wechselstrom erzeugt, der Knoten zerstört. So kann bei bestimmten Erkrankungen eine Behandlung ohne sichtbare Narbe erfolgen. „Das ist ein Beispiel dafür, dass wir uns stets im Sinne der modernen Methoden weiterentwickeln“, schildert Chefarzt Prof. Dr. Mittelkötter. 

Ein weiteres Anliegen war den Chirurgen des Katharinen-Hospitals wichtig. Über die Zertifizierung hinaus hat man sich dem „Deutschen Schilddrüsenzentrum“ angeschlossen. Diese Initiative vernetzt überregional verschiedene Schilddrüsenzentren. Verpflichtend für die Mitgliedschaft im Deutschen Schilddrüsenzentrum sind die Einhaltung strenger Qualitätsstandards und die regelmäßige Qualitätskontrolle durch Dokumentation und Nachverfolgung aller Operationsergebnisse.