Neues Konzept zur Patientenbetreuung

Das ist neu: Wir bieten eine besondere Form von Orientierung, Begleitung und Schutz (OBS) - speziell für Patienten mit kognitiven Einschränkungen. Willkommen in unserem neuen Tages-Aufenthaltsraum im Marienkrankenhaus!

Herzuntersuchung, Leistenbruch-OP oder Magenspiegelung – ein Krankenhausaufenthalt stellt für viele ältere Menschen eine besondere Herausforderung dar. Besonders schwierig wird es, wenn sie zudem in ihrer Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Gedächtnisleistung eingeschränkt sind. Die fremde Krankenhausumgebung ist eine nahezu unüberwindbare Hürde für sie. Die besondere Situation berücksichtigt das Projekt zur Orientierung, Begleitung und Schutz (OBS) im Marienkrankenhaus, das jetzt nach und nach in die Tat umgesetzt wird.

Wo muss ich hin? Was kommt als nächstes?  Diese Unsicherheit begleitet Menschen mit kognitiven Einschränkungen. Sie haben zum Beispiel Probleme mit der Wahrnehmung der Krankenhausumgebung, Abläufe strukturiert einzuordnen, Arzt- und Therapiegesprächen aufmerksam zu folgen, sich selbst schlussfolgernde Urteile zu bilden oder vorausplanend zu handeln. Umso wichtiger ist es, dem Krankenhausaufenthalte einen festen Rhythmus und Struktur zu geben. Darum kümmert sich ab nun Julia Skarupa mit ihrem zukünftigen Team. Julia Skarupa arbeitet seit elf Jahren im Marienkrankenhaus – zunächst in der Pflege und seit zwei Jahren auch im Projektmanagement. Berufsbegleitend hat sie studiert und ihre Bachelorarbeit über das Thema „Demenz“ geschrieben. Schritt für Schritt führt die 33-Jährige nun das ein, was nach wissenschaftlichen Erkenntnissen Krankenhauspatienten mit kognitiven Einschränkungen gut tut: Zunächst geht es um eine engmaschigere Betreuung. Das bedeutet zum Beispiel, dass ein Mitarbeiter aus dem OBS-Team den Patienten vom Krankenbett zur OP begleitet und danach – bereits im Aufwachraum (!) – als vertrautes Gesicht sofort wieder zur Stelle ist. Die langen Phasen der Untätigkeit im Krankenhaus machen betroffenen Patienten zudem zu schaffen. Deshalb wird es tagsüber von 9 bis 15 Uhr ein Betreuungsangebot ähnlich wie in einer Tagesklinik geben. „Wir gehen von täglich 15 Patienten aus, die für das Projekt infrage kommen“, sagt Julia Skarupa. Klar ist, dass auch Patientinnen und Patienten, bei denen eine Demenzerkrankung bereits diagnostiziert ist, berücksichtigt werden.

Einen ersten Hinweis für mögliche kognitive Beeinträchtigungen der Patienten liefert das sogenannte ISAR-Screening (Identification of Seniors at risk). Es wird bei allen stationären Patienten über 70 Jahre innerhalb der Aufnahmeuntersuchung durchgeführt. Wenn es hierbei Hinweise auf eine kognitive Beeinträchtigung gibt, werden die OBS-Spezialisten des Marienkrankenhauses hinzugezogen und die entsprechenden Patienten bekommen bei Bedarf die exklusive Betreuung. „Diese besondere Begleitung innerhalb des stationären Krankenhausaufenthaltes gekoppelt mit dem auf die speziellen Bedürfnisse ausgerichtete Raumangebot ist in dieser Form noch neu in Deutschland“, sagt Julia Skarupa. Sie ist bereit, diesen richtungsweisenden Schritt voranzugehen. „Patienten mit kognitiven Einschränkungen können sich nicht auf uns einstellen, wir müssen uns auf sie einstellen!“, betont die innovationsfreudige Marienkrankenhaus-Mitarbeiterin.