Hernienchirurgie und Koloproktologie ausgezeichnet

Neue Zertifizierungen für die Chirurgie des Katharinen-Hospitals als „Kompetenzzentrum" für Hernienchirurgie und Chirurgische Koloproktologie.

Es sind gesundheitliche Themen, die viele Menschen quälen. Aber dennoch sind es Themen, die selten in der öffentlichen Diskussion auftreten. Denn über Hämorrhoiden, Analfisteln oder Bauchwandbrüche spricht „man“ nicht so gerne. Die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie/Unfallchirurgie des Katharinen-Hospitals hat nun aber ganz bewusst einen Schwerpunkt auf die Behandlung von Erkrankungen am Enddarm sowie von Eingeweidebrüchen gesetzt. Mit Erfolg.

So wurden von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) jetzt zwei neue Zentren anerkannt, die hohe Fachärztliche Kompetenz, hohe Fallzahlen und eine sehr gute Qualität belegen. „Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie“ sowie „Kompetenzzentrum für Chirurgische Koloproktologie“ sind - neben dem Kompetenzzentrum Schilddrüse - weitere Zertifikate, die die Abteilung tragen darf. „Ich bin sehr stolz auf unser Team und sehr begeistert, den Patienten auf diesem Niveau eine bestmögliche Versorgung anbieten zu können“, sagt Chefarzt Prof. Dr. Ulrich Mittelkötter. In zwei umfassenden Verfahren waren durch externe Auditoren zuvor Strukturen, Abläufe, OP-Methoden und Ergebnisqualitäten überprüft worden.

Kompetenzzentrum Hernie
Erfahrene Fachärzte behandeln im Kompetenzzentrum Hernie alle Formen der sogenannten Bauchwandbrüche. „Alle modernen innovativen Operationsverfahren kommen zur Anwendung, sowohl konventionell als auch minimal-invasiv“, schildert der Chefarzt die Möglichkeiten der Chirurgie. Jede Hernien-Operation hat das Ziel, den Bruchinhalt in die Bauchhöhle zurück zu verlagern, die Bruchpforte zu verschließen und die Bauchwand so zu verstärken, dass sie dem Bauchinnendruck widerstehen kann. Das differenziertere Herangehen für jeden einzelnen Patienten erlaubt eine „maßgeschneiderte“ Chirurgie (= tailored surgery). Bei einem „Bruch“, der an Nabel, Leiste (am häufigsten), Narben, Zwerchfell und Stoma auftreten kann, treten Eingeweide durch eine Lücke in den tragenden Bauchwandschichten aus der Bauchhöhle aus. Sie können je nach Auftreten durch eine Schwellung auffallen oder unbemerkt bleiben. Patienten erleben zumeist einen ziehenden Schmerz, der sich nach und nach verstärkt. „Eine operative Behandlung ist meist unumgänglich, da andernfalls gefährliche Notfallsituationen auftreten können“, betont der Chefarzt.

Kompetenzzentrum Chirurgische Koloproktologie
Das chirurgische Team der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie/Unfallchirurgie des Katharinen-Hospitals hat im parallel zertifizierten „Kompetenzzentrum Chirurgische Koloproktologie“ mit drei habilitierten Chirurgen allerbeste Voraussetzungen für die Behandlung der Patienten. Hämorrhoiden, Abszesse, Analvenenthrombosen, Analfisteln und Ekzeme am Anus werden hier behandelt. Zweites Standbein des Zentrums ist die wichtige Darmkrebschirurgie. „Hier können wir für viele Patienten sehr gute Fortschritte erzielen“, weiß Prof. Mittelkötter aus Erfahrung. Kolon (Dickdarm) sowie Rektum (Enddarm) werden in der Chirurgischen Klinik nach neuesten Methoden operiert. Hinzu kommt die chirurgische Behandlung der Divertikulitis und weiterer chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen. Auch Darmentleerungsstörungen gehören zum Behandlungsspektrum.
„Unser wichtigstes Kriterium ist die individuelle, bestmögliche und schonende OP-Methode für die Patienten“, betont der Chefarzt. Um diese herauszufinden, sei der enge Austausch mit den niedergelassenen Kollegen sowie den Patienten direkt entscheidend wichtig. Die Zertifizierungen sieht er für sich und das Team der Klinik als positiven Beweis für den Erfolg dieser bereits jahrelangen Vorarbeit. „In Deutschland mit knapp 2000 Krankenhäusern gehören wir damit im Bereich der Hernien zu den 96 zertifizierten Zentren, im Bereich der Koloproktologie sogar zu den 60 zertifizierten Zentren.“