20 Jahre Engagement und Hilfe für Schwerstkranke

Palliativstation wurde 1998 als „Pilot“ ins Leben gerufen

Es war eine Premiere, damals, vor 20 Jahren. Mit einer neuartigen Einrichtung wollte man am Katharinen-Hospital eine Versorgungslücke schließen, die sich für viele Menschen am Ende ihres Lebens auftat. Die medizinische und pflegerische Versorgung von Schwerstkranken und Sterbenden sollte speziell auf ihre Bedürfnisse hin verbessert werden. Aus dem Wunsch wurde eine Idee, dann eine Planung - und wenig später bereits die Eröffnung der Palliativstation. Es war damals eine der ersten überhaupt in Deutschland.

Im Jahr 1998 wurden die ersten Patientinnen und Patienten in der eigens auf dem  Krankenhausgelände umgebauten Palliativstation aufgenommen. Seitdem schreibt der Bereich, der inzwischen zu einem eigenen Zentrum entwickelt wurde, sozusagen eine „Erfolgsgeschichte“. Warum, begründet der Leitende Oberarzt des Palliativzentrums, Dr. Boris Hait: „Es ist ein Erfolg für unsere Patienten. Wir können sie frühzeitig betreuen, sowohl stationär, in einer Tagesklinik als auch zuhause. Wir können die Angehörigen begleiten. Und wir können das Fachwissen aus der Palliativmedizin und -pflege in umfangreichen Schulungen und Qualifikationen weitergeben. Das alles kommt den Schwerstkranken und Sterbenden direkt zugute.“

Aus dem Bereich, der zunächst sechs Betten umfasste, ist in den vergangenen 20 Jahren ein umfangreiches Angebot entstanden. „Schnell haben wir festgestellt, dass die Menschen nicht nur im Krankenhaus gut versorgt werden müssen, sondern auch zuhause“, so Dr. Hait. Mit Unterstützung des Krankenhauses sowie über viele Spender und Förderer und insbesondere den eigens gegründeten Förderverein konnte bereits im Jahr 2002 ein komplett selbst finanzierter „Ambulanter Palliativ Dienst“ aufgebaut werden. Gleichzeitig lud das Katharinen-Hospital zu großen Palliativkongressen. Selbst die Begründerin der Palliativmedizin, Dame Cicely Saunders, reiste dazu als Referentin nach Unna.

Und damit nicht genug. Viel Vernetzungsarbeit mit niedergelassenen Ärzten und Pflegediensten kam hinzu. Nach und nach wuchs auch bundesweit die Anerkennung der Palliativarbeit, so dass die Finanzierung in Teilbereichen durch die Krankenkassen verbessert wurde. Ermöglicht hat dies den Aufbau des heutigen ambulanten Palliativen Konsiliardienstes, in dem inzwischen sieben Ärztinnen und Ärzte aus dem Katharinen-Hospital sowie dem ambulanten Bereich sowie Pflegende aus dem Palliativ-Team die Menschen zuhause betreuen. 

Einen zusätzlichen Baustein setzte das Palliativzentrum im Jahr 2010 mit der Einrichtung der Palliativ-Tagesklinik. Erneut ein Meilenstein, denn bisher gab es solche Angebote für Schwerstkranke nicht. „Wir können hier die Menschen tagsüber betreuen und ihre Beschwerden lindern, sie können dann aber wieder in ihre vertraute Umgebung zurückkehren. Das tut allen gut, Patienten und Angehörigen“, so Dr. Boris Hait. Auch innerhalb des Krankenhauses konnte der palliative Hauskonsildienst mehr und mehr ausgebaut werden.

Eine besondere Entwicklung in Unna ist ebenfalls aus dem Palliativzentrum heraus entstanden. Der Bau eines Hospizes, in dem Sterbende die letzten Wochen ihren Lebens gut betreut verbringen können, stand immer oben auf der Wunschliste des engagierten Teams. Heute ist durch das Heilig-Geist-Hospiz in unmittelbarer Nachbarschaft auch aus dieser Idee einmal mehr Realität geworden.

Dass aus den bisherigen 20 Jahren „Erfolgsgeschichte“ weitere gute Jahre werden, dafür engagieren sich die Teammitglieder des Palliativzentrums Tag für Tag – übrigens sind viele von Ihnen bereits von Anfang an dabei und „ihrer“ Einrichtung treu. Die Ehrenamtlichen, die ebenfalls zum Team gehören, sowie weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen des Krankenhauses sorgen für die vielfältige Unterstützung der Patienten und Angehörigen. Nicht zuletzt ist die dauerhafte Unterstützung durch den Förderverein, Spender und Unterstützer ein unverzichtbarer Baustein der Palliativarbeit in Unna.

Wer Interesse hat, mehr über das Zentrum, das Team und die Arbeit kennenzulernen, ist dazu herzlich eingeladen:
Das Palliativzentrum öffnet seine Türen am Mittwoch, 2. Mai, ab 16 Uhr.
Für Kaffee und süße Snacks ist gesorgt.